09.05.2019 Critical Mass in Bremervörde

Wir machen keinen Lärm…

…wir stinken nicht…

…wir verpesten nicht die Luft…

…UND TROTZDEM GEHÖREN DIE STRASSEN AUCH UNS!

Fahr mit – fahr Rad! Am 9.5. gemeinsam mit dem Rad durch Bremervörde. Treffpunkt 17 Uhr auf dem Rathausplatz. >>> www.cmbrv.wordpress.com

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04. März 2019 erneute szenische Lesung zu Rosa Luxemburg

Die szenische Lesung (siehe unten) wird im Foyer der Johann-Heinrich-von-Thünen-Schule (BBS) erneut aufgeführt. 11:40 Uhr bis 13:10 Uhr. Die Aufführung ist öffentlich und der Eintritt frei.

Presseartikel zur szenischen Lesung

Hier Artikel aus dem Bremervörder Anzeiger und der Bremervörder Zeitung zur szenischen Lesung aus den Gefägnisbriefen von Rosa Luxemburg.

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10.01.2019 – Aus den Gefängnisbriefen der Rosa Luxemburg…

Eine bemerkenswerte Frau.

Mutig, klug, kämpferisch.

So kennen sie viele, die politische Rosa.

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Im 1. Weltkrieg wurde sie jahrelang ihrer Freiheit beraubt. Erstaunlicherweise fand sie im Gefängnis die Zeit und auch die Muße, von ihren anderen Leidenschaften zu schreiben. Vor allem von ihrer Begeisterung für die Natur. Deren intensive Beobachtung sowie die ständige Sorge um ihre Freundinnen und Freunde draußen kennzeichnen die Gefängnisbriefe aus den Jahren 1914 – 1918.

Briefe, Lieder, zeitgenössische Kommentare. M.PöRT zeigt Rosa Luxemburg inmitten turbulenter und menschenfeindlicher Zeiten als eine konsequente wie sensible, lebensfreudige wie besorgte, kämpferische wie sanfte, ganz besondere Frau.

M.PöRT, das sind die Schauspieler Tristan Jorde (Wien) und Kristin Kehr (Stade), die seit 2013 gemeinsam musikalisch-theatrale Programme entwickeln. Diese haben immer einen politischen und gesellschaftskritischen Hintergrund. Doch die beiden Künstler wollen nicht nur aufrütteln, sondern dabei ihre Zuschauer auch immer berühren und unterhalten.

der Eintritt ist frei

 

 

Termine

 

18.03.2018: Filmvorführung „G 20 – Die andere Geschichte“

Eine für Staatschefs abgeschottete Stadt einerseits, Randale und Polizeieingriffe andererseits – das ist das Bild, das vom G20-Gipfel in Hamburg 2017 übrig bleiben soll.

Wer nicht vor Ort war, hatte wenig Gelegenheit, die große Vielfalt an Aktionen und Demonstrationen mitzuerleben. Wer weiß schon etwas von „Nachttanzdemo“ und „Cornern“? Vom Gegengipfel „Für globale Solidarität“ mit 70 Workshops, vom Sonderzug aus der Schweiz und den Zehntausend beim Freiluftkonzert vor der „Welcome to Hell-Demo“? Wer erinnert sich noch an die Abschlussdemonstration mit 76 000 Teilnehmer*innen?

Eine große Anzahl bestehender und neu gegründeter politischer Gruppen setzte sich mit dem Gipfel auseinander und verbreitete auf Seminaren, Flugblättern und Broschüren gut durchdachte Konzepte und Vorschläge, wie die Probleme der heutigen Welt angegangen werden könnten. Sie stimmten ihre Aktionen aufeinander ab und zeigten sich solidarisch, auch als mit Angstmache und Repression versucht wurde, die Interessierten zu verunsichern und so vom Demonstrieren abzuhalten.

Am Sonntag, dem 18.3., um 16 Uhr, zeigt der Rosa-Luxemburg-Club Vörder Land den Film zu den Gipfelprotesten.

Ruth Christiansen, Aktivistin aus Hamburg, wird den Film präsentieren. Anwesend werden auch andere Gipfeldemonstranten sein, so dass es Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion geben wird.

Außerdem wird es aktuelle Informationen über die noch laufenden Ermittlungsverfahren, über die Untersuchungshäftlinge und die Prozesse geben. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach dem Stand der Demokratie in Deutschland.

Sonntag, 18.3., 16 Uhr im Jugendhotel Ostel, Bremervörde, Feldstr. 9

 

 

29.01.2018 – Demonstration in Bremervörde

 

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Der türkische Präsident Erdogan sät wieder Krieg. Seit dem 21. Januar greift die Armee des NATO-Partners Türkei Afrin in Nordsyrien an und führt einen Angriffskrieg gegen einen souveränen Staat. Laut türkischen Regierungsvertretern sollen in Afrin „Terroristen“ bekämpft werden. Erdogan beruft sich auf sein angebliches Recht auf Notwehr. Tatsächlich angegriffen wird in Afrin aber das Gesellschaftsmodell, das hinter der „Demokratischen Föderation Nordsyrien“ steht: Basisdemokratie, Frauenbefreiung und Ökologie. Und tatsächlich bekämpft werden in Afrin auch die Volksbefreiungskräfte (YPG = Volksverteidigungseinheit und YPJ = Frauenverteidigungseinheit). Die Kräfte, die in den letzten Jahren den erfolgreichsten und entschlossensten Kampf gegen den IS geführt haben. An vorderster Front bei den türkischen Truppen kämpfen Islamisten wie die Al-Nusra-Front.

Der Krieg in Afrin wird zudem hunderttausende Menschen in die Flucht treiben. Afrin war bis vor kurzem eine sichere Zufluchtstätte für über 500 000 Kriegsflüchtlinge aus anderen Teilen Syriens, darunter Eziden, Aleviten, Christen und andere Minderheiten.

Wir protestieren gegen den Einmarsch der türkischen Armee in Afrin! Dort kämpft sie auch mit deutschen Waffen: Leopard-Panzer, G3-Gewehre und Geschütze aus deutschen Waffenschmieden. Die deutsche Bundesregierung ist also direkt mitverantwortlich für die türkischen Kriegsverbrechen in Afrin!

Wir fordern: Frieden in Afrin! Frieden in Kurdistan! Frieden im Mittleren Osten! Wir fordern die Bundesregierung auf, jegliche Waffenlieferungen an die Türkei einzustellen und massiv gegen den türkischen Einmarsch in Syrien zu protestieren. Die türkische Armee hat nichts in Syrien verloren!

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13.11.2017 – Veranstaltung im Ostel/BRV

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Ein Gespräch mit Leyla Imret (Erzieherin aus Osterholz und abgesetzte Bürgermeisterin von Cizre, Osttürkei)

Montag, 13.11.2017 ab 19 Uhr im Ostel Jugendhotel (Feldstraße 9 in Bremervörde)

Der Lebenslauf von Leyla Imret klingt wie ein Roman – er ist aber bittere Realität und ein Spiegelbild der Geschichte der Kurden in der Osttürkei.

Leyla Imret wurde 1987 in Cizre im Südosten der Türkei geboren. Als sie fünf Jahre alt ist, wird ihr Vater, ein PKK-Kommandeur, bei einer Razzia erschossen. Zwei Jahre darauf erlebt sie selbst, wie bei den Neujahrsfeiern in Cizre Panzer in die Menschenmenge fahren, wie geschossen wird, wie über 100 Menschen sterben. Mit 7 Jahren kommt Leyla nach Deutschland, zu ihrer Tante nach Osterholz-Scharmbeck. Sie soll in Sicherheit aufwachsen.

In Deutschland macht Leyla eine Ausbildung als Friseurin und als Erzieherin. Sie möchte weiter zur Schule gehen und Politik studieren, aber ohne Arbeit droht ihr die Abschiebung.

Im Jahr 2013 besucht Leyla Imret zum ersten Mal ihre Geburtsstadt. Es ist eine Zeit des „Tauwetters“ für die türkischen Kurden. Regierungschef Erdogan stimmt Verhandlungen mit dem inhaftierten Öcalan zu, das Sprechen der kurdischen Sprache ist erlaubt, es herrscht ein Waffenstillstand. Leyla Imret erlebt eine Stadt mit 70% Arbeitslosen trotz wirtschaftlichen Aufschwungs in der Türkei, eine Stadt mit vernachlässigter Infrastruktur, eine Stadt, in der das Andenken an ihren Vater immer noch hochgehalten wird. Als sie von Vertretern der BDP-HDP (Demokratische Partei der Völker/Partei für Frieden und Demokratie) gefragt wird, ob sie nicht bei den Kommunalwahlen 2014 kandidieren möchte, stimmt sie zu.

Sie wird mit über 80% zur Oberbürgermeisterin der 110 000 Einwohner-Stadt Cizre gewählt. Mit ihren 27 Jahren ist sie die jüngste Bürgermeisterin der Türkei und die erste Frau auf diesem Posten in Cizre. Leyla Imret will ihren Beitrag zu einer friedlichen Entwicklung und zum Aufbau in dieser Stadt leisten. Es kommt anders.

Nachdem die HDP im Sommer 2015 die 10%-Hürde im türkischen Parlament überwindet, verändert sich das Verhalten Erdogans zur HDP abrupt. Der Einzug der HDP ins Parlament verhinderte die absolute Mehrheit für Erdogans AKP und  somit die Verfassungsänderungen, die Erdogan für den Umbau der Türkei in eine Präsidialherrschaft benötigte. Er erklärte der HDP noch in der Wahlnacht den Krieg. Schon im September 2015 wird ein Strafverfahren gegen Leyla Imret eröffnet, wegen „Anstiftung zum Aufstand“ und „Propaganda für eine Terrororganisation“. Dazu berief sich der Staatsanwalt auf ein – abgefälschtes – Zitat von ihr bei einem Interview mit einem ausländischen Journalisten. Sie wird ihres Amtes enthoben.

In diese Zeit fallen auch die erste Ausgangssperre in Cizre, der erste militärische Angriff auf die Stadt. Damit wurde eine Serie von Angriffen auf die Hochburgen der HDP begonnen, die mit der Zerstörung etlicher kurdischer Städte, mit Massakern und Massenflucht fortgesetzt wurden.

Leyla Imret wurde noch mehrmals verhaftet und angeklagt, sie durfte nicht ausreisen. Nach dem Putschversuch brach der Kontakt zu ihr ab. Im Sommer 2017 konnte sie dann nach Osterholz zurückkehren.