Monatsarchiv: September 2013

Stellungnahme zur Kritik von BZ-Redakteur Rainer Klöfkorn an der Mahnwache gegen einen Angriff auf Syrien. Oder: Aktionsbündnis Bremervörder Klöfkorns „Lieblingsfeind“?

Nachdem BZ-Redakteur Rainer Klöfkorn das Aktionsbündnis in seinem Kommentar „Demo gegen den Lieblingsfeind“ in der Bremervörder Zeitung vom 14.09. auf derart plumpe Weise und unter Behauptung von Unwahrheiten, oder nennen wir es mal wohlwollend Unwissenheiten, angegriffen hat, veröffentlichen wir an dieser Stelle eine Stellungnahme und noch einmal den Originaltext des Flugblattes, welches während der Mahnwache gegen einen Angriffskrieg gegen Syrien verteilt wurde.

Herr Klöfkorn offenbart in seinem Artikel ein populistisches schwarz-weiß-malerisches Freund-Feind-Bild auf BILD-Zeitungs-Niveau. Auf der einen Seite der gute Westen und Israel. Angeführt von den USA, welche dank ihrer Rolle im Zweiten Weltkrieg per se nicht zu kritisieren seien. Auf der anderen Seite die böse Seite der Macht: Russland, das Assad-Regime und Iran.

Dem Aktionsbündnis wirft er nun also vor, genau dieses billige Schema zu propagieren. Allerdings nicht in seinem Sinne, sondern falsch herum. Diese plumpe Vereinfachung wurde allerdings weder in der Pressemitteilung zur Mahnwache, noch in den verwendeten Transparenten und Schildern oder in dem verteilten  Flugblatt benutzt. Aber die Mühe ein Flugblatt zu lesen hat sich Herr Klöfkorn ganz offensichtlich nicht gemacht. Der Dogmatismus, welcher dem Bündnis vorgeworfen wird, zeigt sich hier ganz klar aufseiten des BZ-Redakteurs.

Der journalistische Wert des BZ-Kommentars zeigt sich dann auch in den weiteren Anschuldigungen, welche das einseitige Agieren des Aktionsbündnisses beweisen sollen: das Bündnis demonstrierte im Jahre 2001 nicht gegen die Angriffe auf die Twin-Tower in New York, wohl aber gegen den daraus resultierenden Afghanistankrieg. Aus seiner Sicht ein klarer Beleg für eine anti-US-amerikanische Haltung. Diese Anschuldigungen führt er gegen ein Bündnis ins Felde, welches sich im Jahre 2011 im Zuge der Fukushima-Katastrophe gegründet hat. Da hat wohl jemand nicht recherchiert.

Herr Klöfkorn ist sich auch nicht zu schade uns vorzuwerfen, wir schwiegen zu den sonstigen nahöstlichen Diktatoren. Damit meint er wohl diejenigen Diktatoren, welche von den nach Macht strebenden Staaten bewaffnet und unterstützt werden. Sowohl von den westlichen, wie auch den nicht-westlichen. Zu nennen wäre da natürlich auch die Rolle des drittgrößten Waffenexporteurs der Welt: Deutschland. Für dessen Armee, die Bundeswehr, sich die Bremervörder Zeitung geradezu als Werbeblatt zur Verfügung stellt. Kaum ein Tag, in dem nicht seitenfüllende Artikel über die Bundeswehr zu lesen sind. Stets kritiklos und wohlwollend.

Billige Stimmungsmache funktioniert halt am besten, und damit wären wir wieder bei dem Beispiel BILD-Zeitung, mit einem einfach Freund-Feind-Schema. Dieses wird allerdings in diesem Fall mitnichten vom Aktionsbündnis bedient, sondern von Herrn Klöfkorn!

Zum Nachlesen:

Flugblatt – Kein Krieg gegen Syrien (verteilt am 12.09.2013) 

„Am Rande“ Kommentar von Reiner Klöfkorn (BZ 14.09.2013)

2 Leserbriefe als Reaktion auf den Kommentar (BZ 17.09.2013)

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