Monatsarchiv: Februar 2014

FUKUSHIMA 360º – Das atomgespaltene Leben der Opfer vom 11. März 2011

MULTIMEDIA-VORTRAG 

Referent: ist der Umweltjournalist Alexander Neureuter

Wann: am 1. März ab 19 Uhr

Wo: im Ostel Jugendhotel, Feldstraße 9, Bremervörde

– Der Eintritt ist frei-

MutterMitKind_klWeltweit berichten die Medien kaum noch über Fukushima. Langsam aber sicher gerät die Atomkatastrophe in Vergessenheit und es verbreitet sich der trügerische Eindruck, dass alles nur halb so schlimm war, die Situation unter Kontrolle ist und sich das Leben der betroffenen Menschen wieder weitgehend normalisiert hat. Doch ist das wirklich der Fall? Wie sieht es heute aus in der Region um Fukushima – drei Jahre nach der größten Atomkatastrophe in der Geschichte der Menschheit? Wie hat die dreifache Reaktorkernschmelze den Alltag und das Leben der Menschen in Japan verändert?
Der deutsche Umwelt-Fotojournalist Alexander Neureuter, der im Jahr 2011 auch zehn Tage lang in der evakuierten Sperrzone von Tschernobyl recherchiert hat, begibt sich auf Spurensuche. Er blickt hinter die Kulissen des medialen Schweigens und erzählt anhand von 40 unterschiedlichen Personen und ihren Schicksalen davon, welche tief greifenden und unumkehrbaren Veränderungen der Atomunfall für jeden Betroffenen – einschließlich der 360.000 Kinder der Präfektur Fukushima – gebracht hat. 

Neureuter zeigt die Herausforderungen und Schwierigkeiten im alltäglichen Leben, berichtet über Verzweiflung und Hoffnung, teilt die Träume auf eine bessere Zukunft und wird Zeuge vom herausragenden Engagement einzelner Menschen, die selbstlos über sich hinauswachsen. Und er beschreibt die Skrupellosigkeit eines alteingesessenen Systems aus Ärzten, Beamten, Politikern, Medien, organisierter Kriminalität und Atomkonzernen, für die ein einzelnes Menschenschicksal nicht sehr viel zählt.

Aus mehr als 17.000 Fotos und über 80 Interviews mit Betroffenen entstand eine aktuelle Dokumentation über das Leben in der Präfektur Fukushima und über die vielen großen und kleinen Auswirkungen der Atomkatastrophe auf die japanische Gesellschaft. Mit Fakten und Informationen aus erster Hand widmet sich dieser Vortrag der Frage, ab welchem Punkt die Risiken einer Technologie gesellschaftlich, wirtschaftlich und ethisch untragbar werden.

Zum Referenten:

Alexander Neureuter wurde 1965 in Weert in den Niederlanden geboren. Nach seinem Jurastudium hat er als Executive Manager bei multinationalen Konzernen wie Daimler-Benz und Microsoft in Europa, den USA und Indien gearbeitet, bevor er das Schreiben und Fotografieren zu seinem Beruf gemacht hat.

Der Umwelt- und Reisejournalist lebt heute in Gartow im Wendland und arbeitet insbesondere an den Themen „Atomenergie“, „Erdgas-Fracking“ und „Chemie-Altlasten“. 2011 hat er zusammen mit dem Anti-Atom-Bündnis „.ausgestrahlt“ die Fotoausstellung „Was wäre, wenn …“ und den gleichnamigen Bildband mit Fotos seiner Tschernobyl-Expeditionen herausgebracht. 2014 hat er für das arte-Wissensmagazin „X:enius“ über Quecksilber-Altlasten als Folge der DDR-Erdgasförderung berichtet.